Hinweis: Die Inhalte dieser Webseite dienen der allgemeinen Information. Verbindliche und tagesaktuelle Angaben zu Förderprogrammen und Gesetzgebung erhalten Sie auf energiefranken.ch, beim Bundesamt für Energie und auf der offiziellen Webseite Ihres Kantons.
MFH

Solar Kosten Mehrfamilienhaus – ZEV und Preise

Solar Kosten Mehrfamilienhaus – ZEV und Preise

Solaranlage für Mehrfamilienhäuser – ZEV als Schlüssel

Solaranlagen auf Mehrfamilienhäusern sind in der Schweiz dank dem Modell des Zusammenschlusses zum Eigenverbrauch (ZEV) besonders attraktiv. Durch die gemeinsame Nutzung des Solarstroms durch alle Mietparteien lässt sich ein Eigenverbrauchsanteil von 50–80 % erreichen, was die Wirtschaftlichkeit massiv verbessert. Dieser Artikel erklärt die rechtlichen Grundlagen, zeigt eine Beispielrechnung und gibt praktische Tipps für die Umsetzung.

Was ist ein ZEV?

Der Zusammenschluss zum Eigenverbrauch ist ein Schweizer Rechtsmodell, das es Eigentümern von Mehrfamilienhäusern ermöglicht, den selbst produzierten Solarstrom intern an Mieter zu verkaufen. Seit der Revision der Energieverordnung können Vermieter einen ZEV gründen und als einziger Stromanbieter für das Gebäude auftreten. Die Teilnahme der Mieter ist freiwillig, kann aber im Mietvertrag geregelt werden. Die Mieter profitieren von tieferen Stromkosten, während der Eigentümer eine höhere Rendite auf seine Solarinvestition erzielt.

Rechtliche Rahmenbedingungen

Der ZEV ist im Energiegesetz (EnG) und in der Energieverordnung (EnV) geregelt. Wichtige Punkte:

  • Der interne Stromtarif darf den lokalen Netzstromtarif des Grundversorgers nicht übersteigen
  • Jeder Teilnehmer hat das Recht, den ZEV mit einer Frist von 6 Monaten zu verlassen
  • Der Eigentümer ist für die interne Abrechnung verantwortlich
  • Es ist nur ein Zählpunkt zum Netz erforderlich (Hauptzähler)
  • Interne Zähler für die Verteilung müssen geeicht sein

Kosten einer Solaranlage auf einem 6-Parteien-MFH

Folgendes Beispiel zeigt eine typische Kalkulation für ein Mehrfamilienhaus mit 6 Wohneinheiten im Kanton Bern:

  • Anlagengrösse: 25 kWp (ca. 140 m² Dachfläche)
  • Steuerabzug: ca. CHF 7’000 (je nach Grenzsteuersatz)
  • Effektive Nettokosten: CHF 20’050
  • Jährliche Produktion: ca. 25’000 kWh
  • Eigenverbrauch (ZEV, 65 %): 16’250 kWh
  • Interne Verrechnung: 16’250 × 22 Rp. = CHF 3’575
  • Netzeinspeisung: 8’750 × 10 Rp. = CHF 875
  • Jährlicher Ertrag: CHF 4’450
  • Amortisationszeit: ca. 4,5 Jahre

Dank dem hohen Eigenverbrauch im ZEV und dem Skaleneffekt der grösseren Anlage ist die Amortisation beim Mehrfamilienhaus deutlich kürzer als beim Einfamilienhaus.

Interne Abrechnung und Messtechnik

Für die Abrechnung innerhalb des ZEV benötigen Sie eine professionelle Messinfrastruktur. Jede Wohneinheit erhält einen internen Smartmeter, der den individuellen Verbrauch misst. Spezialisierte Abrechnungsdienstleister wie Ormera, Smart-me oder e-Solarmanager übernehmen die automatisierte Verteilung des Solarstroms und die Erstellung der Abrechnungen. Die Kosten für die Messinfrastruktur betragen CHF 500–1’000 pro Wohneinheit, die laufenden Abrechnungskosten CHF 10–30 pro Monat pro Wohneinheit.

Vorteile für Mieter und Vermieter

Der ZEV schafft eine Win-win-Situation. Mieter profitieren von günstigerem Strom: Typischerweise liegt der interne Solarstromtarif 10–20 % unter dem Netzstrompreis. Der Vermieter erhält eine bessere Rendite, da der intern verrechnete Solarstrom mehr einbringt als die Netzeinspeisung. Zusätzlich steigert die Solaranlage den Wert der Immobilie und macht sie für umweltbewusste Mieter attraktiver.

Herausforderungen und Tipps

Die grösste Herausforderung beim ZEV ist die Kommunikation mit den Mietern. Transparente Information über Tarife, Abrechnung und die Möglichkeit zum Austritt sind entscheidend für die Akzeptanz. Empfehlenswert ist eine schriftliche ZEV-Vereinbarung als Anhang zum Mietvertrag. Zudem sollte der Vermieter einen erfahrenen Energieberater hinzuziehen, der die optimale Anlagengrösse plant und den ZEV rechtssicher aufbaut.

Tipp: Planen Sie bei Neubauten die Solaranlage und den ZEV von Anfang an mit. So können die Kosten für Leitungsführung und Messinfrastruktur optimiert werden. Bei bestehenden Gebäuden lohnt sich eine Kombination mit einer Dachsanierung, da die Gerüstkosten geteilt werden können.

Häufige Fragen zur Solaranlage

Wie lange hält eine Solaranlage? Moderne Solarmodule sind auf mindestens 25–30 Jahre ausgelegt. Viele Hersteller geben eine Leistungsgarantie von 25 Jahren mit mindestens 80 % der Nennleistung.

Brauche ich eine Baubewilligung? In den meisten Schweizer Kantonen sind Auf-Dach-Anlagen meldepflichtig, aber nicht bewilligungspflichtig. Ausnahmen gelten in Schutzgebieten und bei denkmalgeschützten Gebäuden.

Was passiert bei Schnee? Schnee rutscht bei geneigten Dächern schnell ab. Der Ertragsverlust im Winter ist minimal – die Hauptproduktion findet von März bis Oktober statt.

Wie viel Strom produziert meine Anlage? Pro kWp installierter Leistung können Sie in der Schweiz mit 900–1’100 kWh Jahresertrag rechnen – je nach Standort und Ausrichtung.

Planung und Installation

Der Weg zur eigenen Solaranlage beginnt mit einer professionellen Dachanalyse. Dabei werden Ausrichtung, Neigung, Verschattung und Statik geprüft. Süd-, Südost- und Südwestdächer mit 15–35° Neigung sind ideal. Aber auch Ost-West-Anlagen sind wirtschaftlich sinnvoll und liefern eine gleichmässigere Stromproduktion über den Tag. Die Montage dauert typischerweise 2–3 Tage für ein Einfamilienhaus. Der Installateur kümmert sich um die Baubewilligung, den Netzanschluss und die Anmeldung bei Pronovo für die Einmalvergütung. Nach der Inbetriebnahme können Sie Ihre Stromproduktion per App überwachen und Ihren Eigenverbrauch optimieren. Ein jährlicher Check durch den Fachmann sichert die langfristige Leistung.

Fazit: Solar auf dem MFH ist eine Win-Win-Situation

Für Eigentümer von Mehrfamilienhäusern bietet Solar mit ZEV eine einzigartige Möglichkeit: Die Rendite auf die Investition ist höher als beim EFH (dank höherem Eigenverbrauch), die Mieter profitieren von günstigerem Strom, und die Liegenschaft gewinnt an Attraktivität. Mit der richtigen Planung und einem professionellen ZEV-Dienstleister ist der Aufwand überschaubar. Erste Schritte: Lassen Sie eine Machbarkeitsstudie erstellen, informieren Sie die Mieter oder Stockwerkeigentümer, und holen Sie Offerten von spezialisierten MFH-Installateuren ein. Die Amortisation von 3–5 Jahren macht Solar zu einer der attraktivsten Investitionen in Wohnliegenschaften.

Jetzt Ihre Solaranlage berechnen

Erfahren Sie in 2 Minuten, was Ihre Solaranlage kostet und wie viel Sie sparen.

Kostenlose Offerte →

Kostenlose PV-Beratung

Unverbindliche Offerte in 3 einfachen Schritten

Ihr Gebäude

Erzählen Sie uns etwas über Ihr Objekt.

50
10100200300400500 m²

Energieverbrauch

Helfen Sie uns, Ihren Bedarf einzuschätzen.

Ihre Kontaktdaten

Für Ihre persönliche Offerte.

Vielen Dank!

Ihre Anfrage wurde erfolgreich übermittelt. Wir melden uns schnellstmöglich bei Ihnen für eine kostenlose Beratung.

Schnelle PV-Anfrage

In 30 Sekunden zur Offerte

Danke!

Wir melden uns in Kürze bei Ihnen.