Flachdach vs. Steildach – Kosten im Vergleich
Flachdach oder Steildach – Welche Montage ist günstiger?
Die Art des Dachs ist einer der wichtigsten Kostenfaktoren bei einer Solaranlage. In der Schweiz verteilen sich Wohngebäude ungefähr hälftig auf Flach- und Steildächer, wobei Neubauten zunehmend mit Flachdächern geplant werden. Beide Dachtypen eignen sich hervorragend für Photovoltaik, unterscheiden sich jedoch in Montagesystem, Kosten und Ertrag. Dieser Vergleich hilft Ihnen, die Besonderheiten Ihres Dachs einzuschätzen.
Montagesystem beim Steildach
Auf Steildächern werden die Module parallel zur Dachfläche montiert – das sogenannte Aufdach-System. Dachhaken werden unter den Ziegeln befestigt und tragen Schienen, auf denen die Module montiert werden. Dieses System ist bewährt, kosteneffizient und bietet hervorragenden Windschutz. Die Module folgen der Dachneigung, was bei Südausrichtung und 25–35° Neigung optimale Erträge liefert.
Montagesystem beim Flachdach
Auf Flachdächern werden die Module auf Aufständerungssystemen in einem optimalen Winkel von 10–15° aufgestellt. Dies ermöglicht eine gute Hinterlüftung und einfache Reinigung. Die Systeme werden entweder ballastiert (mit Gewichten beschwert) oder mit dem Dach verschraubt. Ballastierte Systeme sind schonender für die Dachhaut, aber schwerer.
Ein wichtiger Faktor bei Flachdächern ist der Reihenabstand: Um gegenseitige Verschattung zu vermeiden, müssen zwischen den Modulreihen Abstände von 1–2 Metern eingehalten werden. Dadurch kann auf einem Flachdach nicht die gesamte Fläche belegt werden – typischerweise lassen sich nur 60–70 % der Dachfläche nutzen.
Kostenvergleich im Detail
Für eine vergleichbare 10-kWp-Anlage ergeben sich folgende typische Kostendifferenzen:
- Steildach (Aufdach): CHF 1’300–1’600 pro kWp – günstigstes System
- Steildach (Indach): CHF 1’600–2’000 pro kWp – ästhetisch, aber teurer
- Flachdach (Aufständerung): CHF 1’500–1’800 pro kWp – mehr Material, aber flexible Ausrichtung
Die Mehrkosten beim Flachdach gegenüber dem Aufdach-System auf dem Steildach betragen CHF 100–300 pro kWp. Diese resultieren hauptsächlich aus dem aufwändigeren Montagesystem mit Aufständerung und Ballastierung.
Ertrag: Welches Dach produziert mehr?
Ein optimal ausgerichtetes Süd-Steildach mit 30° Neigung liefert den höchsten Ertrag pro Modul. Allerdings bieten Flachdächer einen entscheidenden Vorteil: Die Module können in jede Richtung ausgerichtet werden. Eine Ost-West-Aufstellung auf dem Flachdach ist häufig sinnvoller als eine reine Südausrichtung, da die Produktion gleichmässiger über den Tag verteilt wird und mehr Dachfläche genutzt werden kann.
In der Praxis ergeben sich folgende typische Jahreserträge pro kWp im Schweizer Mittelland: Süd-Steildach 30° liefert ca. 1’050 kWh, Ost-West-Flachdach 10° liefert ca. 950 kWh und ein Steildach mit ungünstiger Nordost-Ausrichtung nur ca. 750 kWh.
Weitere Unterschiede
Beim Steildach ist der Zugang für Wartung und Reinigung schwieriger und erfordert oft ein Gerüst. Dafür reinigen sich die Module bei steilerer Neigung besser durch Regen und Schnee. Auf Flachdächern muss die Tragfähigkeit geprüft werden, da Ballast und Module zusammen ein Gewicht von 15–25 kg pro Quadratmeter erreichen können. Zudem muss die Dachabdichtung intakt sein – eine Erneuerung vor der Solarinstallation ist oft empfehlenswert.
Empfehlung für Schweizer Eigentümer
Beide Dachtypen eignen sich ausgezeichnet für Solaranlagen. Wählen Sie das System, das zu Ihrem Dach passt, und investieren Sie die Differenz lieber in hochwertige Komponenten oder einen Batteriespeicher. Holen Sie Offerten von spezialisierten Installateuren ein, die Erfahrung mit Ihrem Dachtyp haben. Ein erfahrener Swissolar-Fachpartner wird das optimale System für Ihre Situation empfehlen und die Montage fachgerecht ausführen.
Schweizer Förderprogramme im Überblick
In der Schweiz profitieren Eigenheimbesitzer von attraktiven Förderprogrammen für Solaranlagen. Die Einmalvergütung (EIV) des Bundes deckt bis zu 30 % der Investitionskosten. Zusätzlich bieten viele Kantone und Gemeinden eigene Zuschüsse an. In Zürich beispielsweise gibt es kantonale Zusatzförderungen von bis zu CHF 3’000, während Bern einen Bonus für Fassadenanlagen gewährt. Wichtig: Die Förderanträge müssen vor Baubeginn eingereicht werden. Ihr Solarinstallateur übernimmt in der Regel die gesamte Administration. Die Bearbeitungszeit beträgt aktuell 3–6 Monate. Zusätzlich können Sie die Investitionskosten vollständig von der Einkommenssteuer abziehen – das spart je nach Steuersatz nochmals 20–35 % der Nettokosten.
Wirtschaftlichkeit und Amortisation
Unser Rat: Dachtyp-abhängige Empfehlung
Für Steildächer mit Süd- oder Südwest-Ausrichtung ist eine Aufdach-Montage der Standardfall – günstig, effizient und bewährt. Bei einer anstehenden Dachsanierung lohnt sich ein Indach-System, das Ziegel und Solaranlage in einem vereint. Flachdächer eignen sich hervorragend für grössere Anlagen und bieten den Vorteil der flexiblen Ausrichtung. Die Mehrkosten gegenüber dem Steildach werden durch die bessere Eigenverbrauchsoptimierung teilweise kompensiert. Lassen Sie sich in jedem Fall eine individuelle Berechnung für Ihren Dachtyp erstellen.
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